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LOREM IPSUM

Further with less

Mountaineers have a strong compulsion to set out into the mountains, even when time is limited. Rushing out again after work or for a half-day tour – not for Strava, not to add another summit to the collection, just to recharge out in nature. This calls for lightweight equipment that allows us to save our strength while also providing the functions we need in alpine terrain. Our new, puristic FAR & LIGHT collection has been specially designed for just this kind of use: Highly technical styles that are uncompromisingly streamlined to the essentials and yet guarantee durability and protection.

Die Drei am Seil

Die Hochtour auf den Piz Palü beginnt nicht auf der Diavolezza in der Schweiz, sie begann Wochen davor in Taufkirchen bei München mit jener Entscheidung, bei der man im Gebirge am meisten falsch oder richtig machen kann. Mit der Wahl der Tour. Welcher Gipfel reizt sie? Welche Route passt zu Können und ihrer Konstellation?

Tanja Gutheil ist Communication Managerin bei Ortovox, super sportlich, aber Greenhorn auf Gletscher und Graten. Lena Koller stammt aus Tirol, ist ein Allroundtalent am Berg und steckt voll motiviert in ihrer Bergführer-Ausbildung. Und Marlies Czerny ist freie Autorin und kennt alle 4000er der Alpen von oben. Den Ostpfeiler am Piz Palü kennt noch keine von ihnen. „Es erfordert ein genaues Hinspüren, jene Tour zu wählen, bei der niemand überfordert wird, aber doch gefordert ist. Findet man die richtige Dosis, darf sich jede in großen Schritten weiterentwickeln“, spricht Marlies aus ihrer Erfahrung. „Und die Chance stehen bei besonderen Touren gut, dass sie auch in besonderer Erinnerung bleiben.“

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Ein gotischer Gletscherpalast

Der Piz Palü ist eine Besonderheit im Alpenraum. Als weißer, ästhetischer Gletscherpalast thront er mit knapp 3900 Metern im Schweizer Engadin an der Grenze zu Italien. Von seiner Schauseite im Norden heben sich drei ausgeprägte Pfeiler aus Granit ab. Dazwischen schlummern Kaskaden aus zerklüftetem Eis. Seine linke Säule, der Ostpfeiler, sei der schönste und zugleich leichteste Grat, besagt die alpine Literatur. Die perfekte Herausforderung, finden die drei Bergsteigerinnen. Wer vom „Festsaal der Alpen“ spricht, meint in der Regel diesen Platz in der Berninagruppe. Diese wird geographisch den Ostalpen zugerechnet, nimmt aber optisch Dimensionen der Westalpen an.

Erst wenn man diese Gletscherwelt selber einmal sieht, betrachtet man sie mit anderen Augen. „Es ist einfach irre schön und beeindruckend“, staunt Tanja. „Man fühlt sich so klein und unbedeutend.“ Ein Privileg unserer Zeit, das sehen zu dürfen, was durch die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts zu einem großen Teil aus dem Alpenraum verschwunden sein wird. Nach einer Nacht im Berghaus Diavolezza erreicht die Dreier-Seilschaft zur Dämmerung den Persgletscher. Durch ein unheimliches Labyrinth aus Spalten steigen sie zum Einstieg des Ostpfeilers höher. Mehr als sonst spüren sie den Rucksack der Verantwortung auf ihren Schultern, den wir als Menschheit den nächsten Generationen gegenüber tragen. 

Der Piz Palü trägt eine Wolkenhaube an diesem Augusttag. Sie überdeckt den Gipfelgrat. Bitterkalter Nordwestwind lässt vom Sommer nichts erahnen. Eine Hochtour ändert von Tag zu Tag ihr Gesicht, selbst innerhalb eines Tages macht sie das. Pausenlos trifft man kleine und große Entscheidungen. Ist man diesen Verhältnissen als Seilschaft gewachsen? Wie weit macht es noch Spaß? Wo hört der Sinn auf? Wo geht es lang? Links, rechts? Wo sichern? Es ist dieser ständige Abgleich mit der Realität, der die Intensität einer Hochtour ausmacht. „Man lernt innerhalb von wenigen Stunden unglaublich viel“, resümiert Tanja, „für mich sind genau diese Entscheidungen das ungewohnte und der Reiz an der Sache.“

Was gibt einem Halt am schmalen Grat, wenn man so etwas zum ersten Mal macht? Ist es wirklich das Seil? Für Tanja war es das gute Gefühl in der Gruppe und ihr Vertrauen in die beiden Routiniers. Aber auch das Vertrauen, dass sie von ihnen geschenkt bekam. Der Einstieg am Ostpfeiler war für den Hochtouren-Rookie das schwierigste. Ein weiter Schritt über die Randkluft an den Felsen. Eine senkrechte Stufe, eiskalt der Granit. Am ersten Standplatz ist Tanja an ihrer Grenze angekommen. Ihre Zweifel sind groß, der Kreislauf im Keller. „Ob ich das packe? Mir war so schlecht, ich habe meine Finger vor Kälte nicht mehr gespürt und wusste nicht, was auf mich noch alles zukommt.“ 

Ein paar Worte, die Wärme spenden. Ein paar Tipps, die über schwierige Stellen helfen. Ein „Du kannst das“ und „super“ bewirkt oft mehr als ein strammer Zug am Seil. Bald findet die Münchnerin zurück in Richtung Komfortzone. Fühlt sich mit jedem Schritt wohler in diesem ungewohnten Terrain. Und genießt das Unterwegssein unter Frauen. „Ich habe das Gefühl, dass alles etwas entspannter ist. In meiner Wahrnehmung sind Mädels sensibler, empathischer, geben aufeinander Acht und feiern gemeinsam das Erlebte.“ Gruppendruck raus, Gefühl rein. „Man ist da wohl eine Art Vorbild füreinander und das wirkt ermutigend und inspirierend“, findet Lena, die auch als Mountainbike-Guide arbeitet. „Uns fehlen am Berg viel zu oft die direkten Role-Models, in denen wir uns ein Stück weit wiederfinden können.“

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Grenzerfahrung am eiskalten Granit

Das Hochgebirge zeigt immer stärkeren Charakter. Böen frischen auf. Die Sicht nimmt ab. Die Männer-Seilschaft, die vor ihnen losgeklettert ist, kommt ihnen wieder entgegen. Sie haben den Spaß im Sturm verloren und drehen um. Die drei stecken ihre eigenen Köpfe zusammen. Noch einmal Wetterbericht checken. Eine freundliche Einladung zum Weiterklettern sieht definitiv anders aus, aber es werden keine Bedenken laut, sondern ein gemeinsamer Entschluss. Noch eine Isolationsschicht unter die Westalpen-Jacke. Kapuze rauf und weiter geht‘s. 

Nirgendwo anders könnte man den Elementen so ausgesetzt sein wie exponiert auf einem hochalpinen Grat. Die Hängegletscher links und rechts des Ostpfeilers wirken furchteinflößend. Hier muss man sich seiner Sache wirklich sicher sein. Sie sind sich sicher. Nach der frostigen, aber fantastischen Kletterei am Felsgrat wartet noch ein steiles Finale im Firn – gewürzt mit Eis, sodass auch die Eisschrauben zum Einsatz kommen. „Da hab ich nochmal kurz geschluckt“, gibt Tanja zu. „Das war doch etwas steiler als erwartet.“ Doch auch hier stieg sie souverän und sicher höher. „Ich liebe es, neue Sachen auszuprobieren und mich an meine Grenzen ranzutasten. In dem Umfeld war es genau das richtige Maß an Abenteuer und Herausforderung.“ Über sich hinauswachsen, gemeinsam zusammenwachsen: die Essenz einer erfolgreichen Seilschaft. 

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